B2B-Großhandel und B2C-Einzelhandel auf einer Plattform: ein Backend, zwei Schaufenster
Ein Großhändler für Elektroinstallationsmaterial steht morgens vor einer simplen Frage: Der Installateur aus dem Nachbarort ruft an und will zwanzig Steckdosen zum Stückpreis, netto und auf Rechnung. Eine halbe Stunde später schreibt eine Privatperson per E-Mail – dieselbe Steckdose, einzeln, mit ausgewiesener Mehrwertsteuer und sofort per Karte bezahlt. Beide greifen auf denselben Lagerbestand zu. Lohnt es sich also, B2B-Großhandel und B2C-Einzelhandel über eine Plattform abzuwickeln – oder bauen Sie sich damit ein Monster, das am Ende niemand mehr versteht?
Ein Backend, zwei Schaufenster
Die Idee ist schlicht: Im Hintergrund läuft ein System, das Produkte, Bestände und Bestellungen verwaltet. Nach vorne zeigen sich zwei Storefronts. Der B2B-Shop sieht aus wie ein Arbeitswerkzeug – Login, Nettopreise, Staffeln, schnelle Nachbestellung. Der B2C-Shop sieht aus wie ein normaler Online-Laden – Bruttopreise, Warenkorb, Bezahlung mit Karte. Was der Kunde sieht, ist verschieden. Worauf beide zugreifen, ist dasselbe.
Bei Selldi laufen B2B und B2C auf einem gemeinsamen Backend. Sie betreiben den Großhandel, den Einzelhandel oder beides – die Stammdaten pflegen Sie einmal. Wenn ein Artikel auf null läuft, ist er in beiden Shops weg, ohne dass jemand zwei Tabellen abgleichen muss.
Warum der gemeinsame Bestand das eigentliche Argument ist
Der häufigste Schmerz im Mischbetrieb ist nicht der Preis, sondern die Menge. Sie haben 14 Stück von einem Artikel. Verkauft der B2B-Shop davon zwölf an einen Installateur, dürfen im B2C-Shop nur noch zwei sichtbar sein. Liegen die Bestände in getrennten Systemen, verkaufen Sie früher oder später Ware, die längst weg ist – und erklären dann einem Privatkunden, warum seine bezahlte Bestellung storniert wird.
Mit einem geteilten Lager fällt das weg. Eine Reservierung im einen Kanal verringert die verfügbare Menge im anderen sofort. Die Synchronisation mit Ihrem Warenwirtschafts- oder ERP-System läuft im Takt von 15 bis 60 Minuten, und zwar in beide Richtungen: Was im Lager gebucht wird, kommt in den Shops an, und was online bestellt wird, geht zurück ins System. Über eine API binden Sie dabei praktisch jedes Buchhaltungs- oder ERP-System an (zum Beispiel DATEV oder SAP, je nach Schnittstelle).
Preise und Steuern: die zwei Kanäle ticken anders
B2B und B2C rechnen nach völlig anderen Regeln. Im Großhandel sprechen Sie über Nettopreise, individuelle Konditionen und Mengenstaffeln. Der eine Stammkunde bekommt acht Prozent, der andere hat einen ausgehandelten Festpreis auf drei Artikelgruppen, der Neukunde sieht die Listenkonditionen. Im Einzelhandel dagegen zählt der Bruttopreis inklusive Mehrwertsteuer – der Privatkunde will eine Zahl sehen, die er an der Kasse zahlt.
Die Plattform trennt das sauber. Für den B2B-Bereich hinterlegen Sie individuelle Preislisten, Gruppenrabatte und Konditionen pro Kunde oder Kundengruppe, während der B2C-Shop seine Preise inklusive Steuer anzeigt. Dasselbe Produkt, derselbe Bestand – aber jeder Kanal zeigt die für ihn richtige Zahl. Niemand pflegt Preislisten doppelt, und kein Privatkunde sieht versehentlich Ihren Händler-Einkaufspreis.
Was im Alltag dazukommt
Über den reinen Verkauf hinaus gibt es Funktionen, die den Mischbetrieb leichter machen. Bestellungen, die per E-Mail, als PDF oder Excel-Liste hereinkommen, lassen sich per KI automatisch erfassen und ins ERP übernehmen – das spart genau die Tipparbeit, die im Großhandel sonst den halben Vormittag frisst. Für die Lagerarbeit gibt es einen mobilen EAN- und GTIN-Scanner direkt im Smartphone, ohne dass jemand eine App installieren muss.
Und wenn Sie über die Grenze verkaufen: Der Exportbetrieb läuft mehrsprachig und in mehreren Währungen, mit eigenen Preislisten pro Markt. Der deutsche B2B-Kunde sieht andere Konditionen als der Abnehmer in Österreich oder der Schweiz. Bezahlt wird online per Karte oder über lokale Zahlmethoden.
Wann sich das nicht lohnt
Seien wir ehrlich: Für jeden ist die Doppelplattform nicht die richtige Wahl. Wenn Sie ausschließlich an Geschäftskunden verkaufen und kein einziger Endkunde bei Ihnen bestellt, ist ein B2C-Schaufenster nur Ballast – dann reicht der reine B2B-Shop. Umgekehrt: Wer einen kleinen Privatladen mit dreißig Artikeln führt und keine Händlerkundschaft hat, braucht keine B2B-Logik mit Staffeln und Kreditlimits.
Heikel wird es auch, wenn Ihre beiden Geschäfte praktisch nichts teilen – getrennte Lager, getrennte Sortimente, getrennte Teams, die nie aufeinander zugreifen. Dann ist der gemeinsame Bestand kein Vorteil, sondern eine künstliche Klammer. Der Mischbetrieb rechnet sich genau dann, wenn dieselbe Ware aus demselben Regal an beide Welten geht. Wenn nicht, fahren Sie mit zwei schlanken Systemen besser.
Wie Sie das ohne Risiko prüfen
Sie müssen das nicht im Kopf durchspielen. Schauen Sie sich beide Schaufenster live an: Unter demo.selldi.pl/showcase sehen Sie den B2B- und den B2C-Shop nebeneinander, mit demselben Hintergrund. Die Einführung dauert in der Regel rund zwei Wochen. Abgerechnet wird ohne Verkaufsprovision – eine einmalige Einrichtungsgebühr plus Abonnement, die Kalkulation erstellen wir individuell. Wenn Sie überlegen, ob Ihr konkreter Fall passt, schreiben Sie an helpdesk@selldi.pl. Lieber vorher kurz durchsprechen als hinterher zwei Systeme zusammenflicken.