Zurück zum Ratgeber

Selldi vs. Odoo: All-in-one für den Großhandel

Lagerhalle eines Großhändlers mit Paletten, Hochregalen und Kommissionierung

Odoo ist eine breite, modulare ERP-Suite (Buchhaltung, Lager, Einkauf, Fertigung, CRM und E-Commerce als eines von hunderten Modulen), die man mit einem Partner zusammensetzt und konfiguriert. Selldi ist eine schlanke, sofort einsatzbereite All-in-one-Vertriebsplattform speziell für den Großhandel: B2B-Portal mit kundenindividuellen Preisen, Nachbestellung, KI-Auftragserfassung und Außendienst-CRM. Wer ein vollwertiges ERP mit Buchhaltung aufbauen will und Zeit für eine partnergestützte Einführung mitbringt, wählt Odoo. Wer als Händler schnell verkaufsbereit sein will und sein bestehendes ERP behält, wählt Selldi.

Zwei sehr unterschiedliche Bedeutungen von „All-in-one“

Beide Anbieter benutzen dasselbe Wort, meinen aber Verschiedenes. Bei Odoo heißt All-in-one: alle Unternehmensbereiche in einer Datenbank. Vertrieb, Einkauf, Lager, Buchhaltung, Fertigung, Personal und ein Website-/E-Commerce-Modul teilen sich denselben Datenstamm. Eine Branchenquelle formuliert es nüchtern: Odoo ist ein ERP, das E-Commerce enthält, nicht umgekehrt. Der Onlineshop ist eine App innerhalb einer viel größeren Back-Office-Suite.

Bei Selldi heißt All-in-one: alles, was ein Handelsbetrieb zum Verkaufen braucht, an einem Ort. B2B-Portal, optionaler B2C-Shop, ein CRM für den Außendienst, ein CENTER-Hub für Produkte, Preise und Vertriebskanäle (inklusive Marktplätze), ein KI-E-Mail-Reader und die Anbindung an Ihr ERP. Alles teilt sich denselben Katalog, Bestand, Kundenstamm und dieselben Preise. Selldi will nicht Ihre Buchhaltung sein; es verbindet sich per API mit nahezu jedem ERP (etwa SAP, Microsoft Dynamics oder NetSuite), das die alleinige Quelle der Wahrheit bleibt.

Was Odoo ehrlich besser kann

In der Breite gewinnt Odoo klar. Es bringt hunderte integrierte Apps mit, weit über den reinen Verkauf hinaus: Buchhaltung, Fertigung, Personal, Einkauf, Kassensysteme, Projekte. Odoo kann Ihr ERP sein. Selldi kann das nicht, es setzt ein vorhandenes ERP voraus und ergänzt die Verkaufsschicht darüber.

  • Open Source: Die Community-Edition ist lizenzkostenfrei, dazu gibt es einen dauerhaften, kostenlosen Tarif „One App Free“. Der Einstieg ist damit sehr günstig.
  • Enorme Erweiterbarkeit: Odoo Studio (Enterprise) für No-Code-Anpassungen, ein großes Partner-Ökosystem und ein App-Marktplatz für fast jede Anforderung.
  • Reifer, etablierter Anbieter mit sehr großer Nutzerbasis, umfangreicher Dokumentation und zertifizierten Einführungspartnern.
  • Starke native Preislisten: kundenindividuell, gruppen-, mengen- und zeitbasiert, synchron zwischen Back Office und Webshop.

Preise: Der Listenpreis erzählt nur die halbe Geschichte

Odoo veröffentlicht drei Stufen: One App Free (kostenlos, eine App, unbegrenzte Nutzer), Standard (eine niedrige Gebühr pro Nutzer und Monat bei Jahreszahlung, alle Apps, nur Odoo-Online-Hosting) und Custom (eine etwas höhere Gebühr pro Nutzer und Monat, zusätzlich Odoo Studio, Mehrfirmenfähigkeit, externer API-Zugriff und freie Hosting-Wahl). Die Preise schwanken stark je nach Land; prüfen Sie die aktuellen Preise beim Anbieter.

Entscheidend ist: Die Lizenz ist nur ein Bruchteil der realen Kosten. Einführung (meist über einen zertifizierten Partner), Schulung, laufende Entwicklerarbeit und kostenpflichtige Drittanbieter-Module summieren sich zu einem Vielfachen der Nutzergebühr. Für einen kleinen Großhändler ist der beworbene Nutzerpreis daher irreführend. Selldi ist als fertige, sofort einsatzbereite Plattform für Händler kalkuliert, ohne mehrmonatiges Einführungsprojekt.

Kundenindividuelle Preise: beide können es, mit einem Unterschied

Für Großhändler ist der eingeloggte Kunde, der seinen ausgehandelten Preis sieht, das Herzstück. Odoo beherrscht das nativ über Preislisten, die zwischen Back Office und Shop synchronisieren. Der ehrliche Vorbehalt: Regeln werden von oben nach unten ausgewertet, und falsch sortierte Regeln können still einen falschen Preis erzeugen. Kundenindividuelle Preise brauchen daher eine sorgfältige, oft fachkundige Einrichtung. Bei Selldi ist genau dieser Fall der Ausgangspunkt: Vertragspreise, Gruppen und Mengenstaffeln pro Kunde gehören zur Grundausstattung, nicht zur Konfigurationsübung.

KI-Auftragserfassung aus E-Mails

Stellen Sie sich einen Distributor vor, der täglich achtzig Bestellungen per E-Mail bekommt, teils als PDF, teils als Excel-Tabelle, teils als freier Text. Selldis KI-E-Mail-Reader wandelt diese eingehenden Bestell-Mails in strukturierte Aufträge um. Odoo hat dafür kein natives Gegenstück. Seine KI- und OCR-Werkzeuge zielen auf die Digitalisierung von Lieferantenrechnungen und Belegen ab. Eine E-Mail-zu-Auftrag-Erfassung in Odoo wäre eine Eigenentwicklung oder ein Drittanbieter-Add-on, also zusätzlicher Aufwand und laufende Pflege.

B2B und B2C auf einer Plattform

Wer sowohl Händler als auch Endkunden bedient, stößt bei Odoo auf einen bekannten Reibungspunkt: Unterschiedliche Preise für eingeloggte B2B-Kunden gegenüber B2C-Besuchern auf derselben Website darzustellen, ist umständlich. Nutzer berichten, dass sie als Behelfslösung getrennte Websites angelegt haben. Selldi betreibt B2B-Portal und B2C-Storefront von Haus aus auf demselben Katalog, mit denselben Produkten, Beständen und Kundendaten, aber getrennter Preislogik.

Wann Odoo die richtige Wahl ist

Wenn Sie ein echtes ERP-Rückgrat über viele Abteilungen hinweg suchen (Buchhaltung, Fertigung, Lager, Personal, Einkauf) und bereit sind, in eine partnergestützte Einführung und laufende Konfiguration zu investieren, ist Odoo hervorragend. Auch wer Open Source schätzt, das System selbst hosten und tief anpassen möchte, ist gut aufgehoben. Odoo passt in viele Branchen, nicht nur in die Distribution, und ist stark, wenn E-Commerce nur ein Teil einer breiteren Betriebsplattform sein soll.

Wann Selldi besser passt

Selldi ist für den Groß- und Distributionshandel gebaut, der bereits ein ERP hat (oder behalten will) und schnell die Verkaufsschicht braucht: B2B-Portal mit kundenindividuellen Preisen, Nachbestellung per Klick, KI-Auftragserfassung und ein Außendienst-CRM zur Kundengewinnung. Wer kein mehrmonatiges Partnerprojekt starten will, ist hier richtig. Seien Sie sich der Grenze bewusst: Selldi ist eine fokussierte Plattform für den KMU- und Mittelstand, kein Enterprise-Baukasten. Es ersetzt weder Ihre Buchhaltung noch Ihre Fertigungsmodule, sondern verbindet sich sauber mit dem ERP, das genau das leistet.

Häufige Fragen

Ist Odoo oder Selldi günstiger für einen kleinen Großhändler?

Odoos Lizenz wirkt günstig (von einem kostenlosen Tarif bis zu einer niedrigen Gebühr pro Nutzer und Monat), doch Einführung, Schulung, Entwicklerarbeit und Drittanbieter-Module treiben die realen Kosten im ersten Jahr auf ein Vielfaches. Selldi ist als fertige Großhandelsplattform ohne langes Einführungsprojekt kalkuliert und für kleine bis mittlere Händler meist schneller wirtschaftlich.

Kann Selldi mein ERP ersetzen wie Odoo?

Nein. Odoo kann selbst als ERP dienen und deckt Buchhaltung, Fertigung und mehr ab. Selldi ersetzt kein ERP, sondern verbindet sich per API mit nahezu jedem System wie SAP, Microsoft Dynamics oder NetSuite, das die Quelle der Wahrheit für Preise, Bestände und Belege bleibt. Selldi liefert die Verkaufsschicht darüber.

Zeigen beide Systeme jedem B2B-Kunden seinen eigenen Preis?

Ja, beide beherrschen kundenindividuelle, mengen- und zeitbasierte Preise, die zwischen Back Office und Shop synchronisieren. In Odoo werden Preislistenregeln von oben nach unten ausgewertet, sodass falsch sortierte Regeln still zu falschen Preisen führen können und eine sorgfältige Einrichtung nötig ist. Bei Selldi sind Vertrags- und Staffelpreise pro Kunde Grundausstattung.

Hat Odoo eine KI, die Bestell-E-Mails automatisch erfasst?

Nicht standardmäßig. Odoos KI- und OCR-Funktionen digitalisieren vor allem Lieferantenrechnungen und Belege. Eine automatische Umwandlung eingehender Kundenbestellungen per E-Mail (PDF, Excel, freier Text) in strukturierte Aufträge erfordert in Odoo eine Eigenentwicklung oder ein Add-on. Selldi bringt diesen KI-E-Mail-Reader nativ mit.

Kann ich mit beiden Systemen B2B und B2C gleichzeitig verkaufen?

Grundsätzlich ja, aber unterschiedlich komfortabel. In Odoo ist es ein bekannter Reibungspunkt, B2B- und B2C-Preise auf derselben Website darzustellen; manche Nutzer legen deshalb getrennte Websites an. Selldi betreibt B2B-Portal und B2C-Shop von Haus aus auf demselben Katalog und Bestand mit getrennter Preislogik.

Wie schnell ist Selldi im Vergleich zu Odoo einsatzbereit?

Odoo wird realistisch über einen zertifizierten Partner eingeführt und konfiguriert, was die Inbetriebnahme verlängert. Selldi ist als fokussierte, sofort einsatzbereite Großhandelsplattform ausgelegt, mit B2B-Portal, kundenindividuellen Preisen und ERP-Anbindung als Voreinstellung. Das verkürzt die Zeit bis zum ersten Onlineverkauf deutlich, sofern kein vollständiges ERP neu aufgebaut werden muss.