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Selldi vs. Sana Commerce für den B2B-Großhandel

Ein B2B-Bestellportal für den Großhandel am Laptop im Lagerbüro

Sana Commerce ist eine B2B-Plattform, die tief und in Echtzeit in SAP oder Microsoft Dynamics eingebettet ist. Preise, Bestände und Kundenkonditionen liest sie direkt aus dem ERP, ohne separate Datenbank. Das ist stark für Firmen, die bereits auf SAP oder Dynamics laufen und maximale Datentreue brauchen. Selldi ist breiter aufgestellt: ein All-in-one-Vertriebssystem aus B2B-Shop, B2C-Shop, Außendienst-CRM, Verkaufskanälen und KI-Auftragserfassung, das jedes ERP per API anbindet. Selldi passt zu KMU-Großhändlern, die schnell startklar sein wollen und mehr als reines ERP-Commerce suchen; Sana passt zu größeren Organisationen mit SAP/Dynamics als festem Rückgrat.

Wer im Großhandel über eine B2B-Plattform nachdenkt, stößt schnell auf Sana Commerce und, seit einiger Zeit, auf Selldi. Beide bringen Bestellungen ins Digitale, doch sie lösen das Problem aus unterschiedlichen Richtungen. Sana Commerce beginnt beim ERP und baut den Vertrieb darum herum. Selldi beginnt beim gesamten Vertriebsprozess eines Großhändlers und bindet das ERP als einen von mehreren Bausteinen an. Dieser Unterschied entscheidet in der Praxis mehr als jede Funktionsliste.

Was Sana Commerce ist

Sana Commerce Cloud ist eine niederländische B2B-Plattform, die für Unternehmen mit SAP oder Microsoft Dynamics als Rückgrat gebaut wurde. Der Kern ist eine direkte, echtzeitnahe Verbindung zum ERP. Wenn ein Einkäufer eine Seite lädt, liest Sana Preise, Bestände und Kundenkonditionen unmittelbar aus SAP oder Dynamics, statt sie in eine separate Handelsdatenbank zu kopieren. Damit können Front-End und Back-Office kaum auseinanderlaufen: Was der Kunde sieht, ist das, was im ERP steht.

Unterstützt werden die üblichen Systeme dieser Welt, darunter SAP ECC, SAP S/4HANA, SAP Business One sowie Microsoft Dynamics 365 Finance and Supply Chain und Dynamics 365 Business Central. Nach eigenen Angaben betreut Sana über 1.500 Kunden in mehr als 70 Ländern. Die Plattform ist ausgereift und in komplexen B2B-Abläufen zu Hause: kundenindividuelle Kataloge, Vertragspreise, Angebotsverwaltung, Freigabe-Workflows und mehrere Storefronts aus einem Back-End.

Wo Sana Commerce stark ist

Die größte Stärke von Sana ist genau das, wofür es gebaut wurde: die tiefe, in Echtzeit gekoppelte ERP-Einbettung. Für einen Großhändler, dessen Preislogik, Rabattstaffeln und Lagerbestände seit Jahren sauber in SAP oder Dynamics gepflegt sind, ist das ein echter Vorteil. Es gibt keine Synchronisationsschicht, die nachts durchläuft und morgens falsche Zahlen zeigt. Die Konditionen, die im ERP für einen bestimmten Kunden hinterlegt sind, erscheinen ohne Umweg auch im Bestellprozess.

  • Echtzeitdaten aus dem ERP: Preise, Bestände und Kundenhistorie kommen direkt aus der Quelle, ohne Zwischenspeicher.
  • Starke B2B-Funktionen: kundenindividuelle Preise und Kataloge, Vertragskonditionen, Angebots- und Freigabeprozesse.
  • Mehrere Storefronts aus einem Back-End für Firmen mit mehreren Marken oder Märkten.
  • Erprobter Enterprise-Support mit engagierter Betreuung durch Account-Teams.

Wenn Datentreue wichtiger ist als vieles andere und das ERP ohnehin die Schaltzentrale des Unternehmens ist, spielt Sana seine Stärken aus. Für größere Mittelständler und Konzerne, die auf SAP oder Dynamics gesetzt haben, ist das eine naheliegende Wahl.

Wo Sana an Grenzen stößt

Dieselbe Stärke bringt Kompromisse mit sich, und es lohnt sich, ehrlich darüber zu sprechen. Sana ist eng an SAP und Dynamics gekoppelt. Wer ein anderes ERP betreibt oder mittelfristig wechseln möchte, verliert einen guten Teil des Nutzenversprechens. Die Einrichtung erfordert nach übereinstimmenden Erfahrungsberichten spürbare IT-Beteiligung, tiefere Anpassungen an der Oberfläche verlangen häufig Entwicklerressourcen, und die eingebaute Analyse- und Berichtsfunktion gilt als eher schlank. Auch das Ökosystem an Erweiterungen ist überschaubarer als bei manchen Generalisten.

Hinzu kommt die grundsätzliche Ausrichtung: Sana zielt auf mittelgroße bis große Organisationen mit komplexen, stabilen Abläufen. Ein kleiner oder mittlerer Großhändler mit fluidem Sortiment, schlanker IT und dem Wunsch, in Wochen statt Monaten live zu gehen, findet dort mitunter mehr Plattform, als er tragen kann. Das ist keine Schwäche des Produkts, sondern eine Frage der Passung.

Was Selldi anders macht

Selldi setzt nicht am ERP an, sondern am gesamten Verkauf eines Großhändlers. Statt allein einen ERP-getriebenen B2B-Zugang zu bieten, bündelt Selldi mehrere Werkzeuge in einem System: den B2B-Bereich mit kundenindividuellen Preisen, Kreditlimits, Schnell-Bestelllisten, wiederkehrenden Bestellungen und Angebotsanfragen (RFQ), dazu einen B2C-Bereich, ein Außendienst-CRM für die Betreuung von Kontakten und Aktivitäten, die CENTER-Ebene für Verkaufskanäle inklusive Allegro und Amazon sowie Integrationen, und den AI Email Reader, der Bestellungen aus E-Mails, PDF und Excel automatisch erfasst und ins ERP überführt.

Beim ERP geht Selldi den offenen Weg: Anbindung per API an praktisch jedes System, ob SAP, Microsoft Dynamics oder NetSuite. Damit ist die Wahl der Plattform nicht an ein bestimmtes ERP gebunden. Für einen Großhändler, der nicht auf SAP oder Dynamics festgelegt ist oder mehrere Systeme betreibt, ist das ein wichtiger Freiheitsgrad. Multi-Currency, acht Sprachen und grenzüberschreitender Verkauf innerhalb der EU sind von Haus aus dabei, was den Schritt in den Export erleichtert.

Der zweite Unterschied liegt in der Breite. Sana konzentriert sich auf das ERP-getriebene B2B-Geschäft. Selldi deckt den Weg vom Erstkontakt über den Außendienst bis zur wiederkehrenden Bestellung und dem Mehrkanalverkauf mit einem gemeinsamen Bestand und gemeinsamen Kundendaten ab. Wer heute fünf getrennte Werkzeuge für Vertrieb, Kundenpflege, Kanäle und Auftragserfassung nutzt, ersetzt sie mit Selldi durch ein zusammenhängendes System.

Wann Sana passt, wann Selldi passt

Die Entscheidung lässt sich auf wenige Fragen verdichten. Läuft Ihr Unternehmen fest auf SAP oder Microsoft Dynamics, ist die Preis- und Bestandslogik dort sauber gepflegt, und ist maximale Echtzeit-Datentreue Ihr wichtigstes Kriterium? Dann ist Sana Commerce eine sehr gute Wahl, und die tiefe ERP-Einbettung ist schwer zu schlagen.

Sind Sie dagegen ein KMU-Großhändler, der ein anderes ERP betreibt oder sich nicht binden möchte, der neben B2B auch B2C, ein Außendienst-CRM, Verkaufskanäle wie Allegro und Amazon und eine automatische Auftragserfassung aus E-Mails braucht, und der schnell startklar sein will? Dann spielt Selldi seine Breite und die offene API-Anbindung aus. Selldi lässt sich zudem vor dem Kauf als Demo testen und wahlweise im Abo oder per Lizenz nutzen.

Wann es NICHT passt

Ehrlich bleibt auch die Kehrseite. Selldi ist nicht das richtige Werkzeug, wenn Ihr gesamtes Geschäft an einer einzigen, sehr tief in SAP oder Dynamics eingebetteten Echtzeit-Kopplung hängt und Sie bewusst keine zusätzliche Handelsschicht wollen; in diesem Szenario ist der ERP-native Ansatz von Sana konsequenter. Selldi ist auch überdimensioniert, wenn Sie ausschließlich einen simplen B2C-Verkauf ohne Großhandelslogik, ohne Kundenkonditionen und ohne ERP-Bezug suchen, denn dafür genügt ein schlankeres Standardprodukt.

Und Sana ist nicht die richtige Wahl, wenn Sie kein SAP oder Dynamics betreiben, wenn Ihre IT-Ressourcen knapp sind, wenn Sie in Wochen statt Monaten live gehen müssen oder wenn Sie über den reinen B2B-Zugang hinaus ein CRM, Mehrkanalverkauf und KI-gestützte Auftragserfassung in einem System erwarten. In beiden Richtungen gilt: Passt der Zuschnitt nicht zum Betrieb, hilft auch die beste Funktionsliste nicht.

Am Ende geht es nicht darum, welche Plattform objektiv besser ist, sondern welche zu Ihrem ERP, Ihrer Größe und Ihrem Vertriebsmodell passt. Sana Commerce ist die konsequente Antwort für ERP-zentrierte, größere Organisationen auf SAP oder Dynamics. Selldi ist die breite, offene Antwort für KMU-Großhändler, die B2B, B2C, CRM, Kanäle und Automatisierung in einem System bündeln und jedes ERP per API anbinden wollen.

Häufige Fragen

Ist Selldi eine Alternative zu Sana Commerce?

Für viele KMU-Großhändler ja. Beide bringen den B2B-Verkauf ins Digitale, doch Sana ist tief und in Echtzeit an SAP oder Dynamics gekoppelt, während Selldi ein breiteres All-in-one-System aus B2B, B2C, Außendienst-CRM, Verkaufskanälen und KI-Auftragserfassung ist, das jedes ERP per API anbindet.

Braucht man für Selldi SAP oder Microsoft Dynamics?

Nein. Selldi bindet jedes ERP per API an, darunter SAP, Microsoft Dynamics und NetSuite. Sana Commerce dagegen ist speziell für SAP und Dynamics gebaut und liest Daten direkt aus diesen Systemen.

Was ist die größte Stärke von Sana Commerce?

Die tiefe, echtzeitnahe ERP-Einbettung. Preise, Bestände und Kundenkonditionen kommen direkt aus SAP oder Dynamics, ohne separate Datenbank, sodass Front-End und Back-Office kaum auseinanderlaufen.

Deckt Selldi mehr als den B2B-Verkauf ab?

Ja. Neben dem B2B-Bereich enthält Selldi einen B2C-Shop, ein Außendienst-CRM, die CENTER-Ebene für Verkaufskanäle inklusive Allegro und Amazon sowie den AI Email Reader, der Bestellungen aus E-Mails, PDF und Excel automatisch ins ERP überführt.

Für wen ist Sana Commerce weniger geeignet?

Für kleinere Großhändler ohne SAP oder Dynamics, mit knappen IT-Ressourcen oder dem Wunsch, in Wochen statt Monaten live zu gehen. Auch wer über den B2B-Zugang hinaus CRM, Mehrkanalverkauf und KI-Auftragserfassung in einem System erwartet, findet mit einem breiteren All-in-one-Ansatz oft die bessere Passung.